Excite Kino-Tipp: Florence Foster Jenkins

Das wurde aber auch wirklich mal Zeit! Mit dem gleichnamigen Biopic setzt Regisseur Stephen Frears (The Queen, Gefährliche Liebschaften) der amerikanischen "Opernsängerin" Florence Foster Jenkins, gut 72 Jahre nach ihrem Tod, endlich ihr wohlverdientes filmisches Denkmal. Naja – Opernsängerin nicht im herkömmlichen Sinne. Florence Foster Jenkins, bei all ihrer Hingabe und Leidenschaft für die klassische Musik, war gesegnet mit absoluter Talentlosigkeit. Kaum ein Ton, an dem sie nicht nur haarscharf vorbeiträllerte. Von dem fehlenden Rhythmusgefühl ganz abgesehen. Trotzdem – oder vielleicht auch gerade deshalb – erfreuten sich ihre Auftritte großer Beliebtheit.

Schauspielerin Meryl Streep verkörpert die exzentrische Diva mit beeindruckender Präsenz und würdevoller Ausstrahlung. Ein Oscar scheint da vorprogrammiert, vor allem wenn man bedenkt, dass sie bei Gesangsszenen auf Playback verzichtet hat. Gerade diese Momente sind zum Schreien komisch, und dennoch gelingt es Streep, ihre Figur niemals der Lächerlichkeit preiszugeben.

Hugh Grant als ihr Ehemann liefert ebenfalls eine große schauspielerische Leistung ab. Und was sich im Gesicht ihres ambitionierten Pianisten, dargestellt von Simon Helberg, während der ersten Gesangsproben abspielt, treibt einem die Lachtränen in die Augen.

Ein wundervoller Film über die beste schlechteste Sängerin der Welt. Über Liebe, Leidenschaft und den Mut an seinen Träumen festzuhalten. Respektvoll, rührend und zum Brüllen.