Siri, Alexa & Co.

18.10.2017

Digitale Sprachassistenten: Fluch oder Segen?

Digitale Sprachassistenten haben sich vor ein paar Jahren unbemerkt auf unsere Smartphones geschlichen und gewinnen nun Stück für Stück unsere persönlichen Daten. Seit gut einem Jahr gehört Alexa von Amazon bei vielen Deutschen schon zur Familie und ein Leben ohne Apples Siri ist undenkbar. Wir von der Excite Werbeagentur Frankfurt wollten einmal genau wissen, was das Faszinierende an Sprachassistenten ist und worauf wir trotz des Komforts bei der Nutzung achten sollten.

Wie funktionieren Sprachassistenten?

Um alle Funktionen der Sprachassistenten ausgiebig nutzen zu können, geben wir ganz selbstverständlich unser WLAN-Passwort preis, vernetzen sie mit unseren Systemen für „Smart Home“ und überlassen den weiblichen Stimmen unsere Kurznachrichten, Kontakte, Kalender, Einkauflisten etc. Einmal im Netzwerk angekommen, lauschen die Assistenten auf unseren Befehl: sagen wir dann z.B. „Alexa” oder „Siri“, aktiviert sich der Assistent und führt auf unser Kommando Aktionen aus. Wir füttern die hilfreichen Geräte gerne mit unserer Stimme, unseren persönlichen Vorlieben, Terminen und Daten.

Handelt es sich um Künstliche Intelligenz?

Bei den bisher verfügbaren Sprachassistenten kann man nicht von „Künstlicher Intelligenz“ sprechen, es handelt sich noch immer um Maschinen. Das wird deutlich, wenn man beispielsweise keine konkreten Befehle gibt, sondern Smalltalk betreiben möchte oder diffizile Fragen stellt. Aber auch hier sei gesagt, dass all unsere Anfragen, Gesprächsversuche und Wissensfragen auf Servern gespeichert werden – nur um die Funktionen zu verbessern, versteht sich. Ob tatsächlich nur aus diesem Grund? Diese Frage sollte sich am besten jeder selbst beantworten.

Warum geben wir so viel Persönliches preis?

Wir Menschen neigen dazu, auch Maschinen zu vermenschlichen. Nicht umsonst haben beispielsweise Autos häufig Namen, sie werden nicht nur Teil unseres Alltags, wir bauen auch eine Art emotionale Bindung auf und integrieren sie in unser Leben. Und einem Familienmitglied vertraut man nun eben einiges an, vor allem dann, wenn es einen rund um die Uhr begleitet. Wenn es dann noch Namen wie Siri oder Alexa trägt, fällt das naturgemäß noch leichter. Die Sprachassistenten in Deutschland sind nicht zufällig weiblich. Nein, weibliche Stimmen haben eine höhere allgemeine Akzeptanz und sind vertrauensvoller.

Datenschutz und Sicherheit

Trotz oder gerade wegen unserem tiefen Vertrauen gegenüber diesen Sprachassistenten, muss uns bewusst sein, dass die bei der Nutzung der Assistenten gespeicherten Daten immer mit Daten aus anderen Online-Diensten zusammengeführt werden können, um detaillierte Nutzerprofile für Marketing und Marktforschung zu erstellen. Und Nutzer müssen darauf vertrauen, dass Hersteller die Geräte anständig gegen Hacker absichern. Eine Garantie, dass niemand das Gerät zum Abhören nutzt, gibt es allerdings nicht.