Sketchnoting: Lasst Bilder sprechen.

29.06.2017

Langsam aber bestimmt etabliert sich in deutschen Unternehmen und Haushalten eine neue Form der Mitschrift: Sketchnoting. Anders als herkömmliche Notizen sind Sketchnotes eine Kombination aus Text, Bild und Strukturen.

Obwohl – so neu ist diese Idee eigentlich gar nicht. Im Prinzip stellen schon die urzeitlichen Höhlenmalereien eine frühe Form des Sketchnotings dar. Spätestens mit der Entwicklung der IT-Branche und der Gestaltung von Interfaces ist der Bekanntheitsgrad des „Sketchings“ enorm gestiegen. Und jeder von uns hat mit Sicherheit schon einmal die Seiten seines Notizbuches mit kleinen Kritzeleien angereichert.

Der Vorteil der visuellen Notizen liegt auf der Hand: Der Mensch ist ein Augentier. Bilder werden weitaus schneller erfasst als Worte und emotional verknüpft. Kombiniert man Text und Bild, helfen Sketchnotes dabei, Inhalte und Zusammenhänge besser zu verstehen. Sie werden merkfähiger. Gleichzeitig führt die reduzierte Darstellung dazu, sich auf das Wesentliche der Information zu konzentrieren. Das geht mitunter schneller, als alles mühsam Wort für Wort mitzuschreiben und häufig kann man genauer ausdrücken, was man meint, wenn man es einfach aufzeichnet.

Die Hamburger Illustratorin Anna Lena Schiller ermutigt in Workshops Privatleute sowie Geschäftskunden, visuell zu denken und zu arbeiten, sogar große Unternehmen buchen sie für Lehrveranstaltungen. Zum Trendthema Sketchnoting findet man immer mehr Ratgeber und Tutorials. Bestimmte Voraussetzungen oder gar Zeichentalent braucht es hierzu eigentlich nicht. Alles was man benötigt ist ein Stift und ein leeres Blatt Papier.

Sketchnotes erheben nicht den Anspruch Kunst zu sein. Es muss nicht schön sein. Sketchnoterin Tanja Cappell alias Frau Hölle rät: „Beschränke Dich auf so wenig Linien wie möglich. Wenn man erkennen kann, dass es ein Fahrrad ist, bist Du schon fertig. Es geht ja nicht (…) um Details oder Verzierungen, sondern darum, Dinge schnell und einfach darzustellen.“

Also: Stifte raus und fleißig zeichnen. Und keine Angst vorm leeren Blatt Papier. Mehr zu diesem Thema findet man unter anderem auf www.frauhoelle.com oder unter sketchnoting.net.